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SORA: Wie funktioniert die Risikobewertung in der speziellen Kategorie der Drohneneinsätze?

SORA: Wie funktioniert die Risikobewertung in der speziellen Kategorie der Drohneneinsätze?

SORA

Im vorherigen Teil unserer Reihe haben wir Standardszenarien (STS) und vordefinierte Risikobewertungen (PDRA) vorgestellt, die es Betreibern erleichtern können, eine Betriebsgenehmigung für eine bestimmte Kategorie zu erhalten. Allerdings erfüllen nicht alle geplanten Operationen die Bedingungen dieser vereinfachten Verfahren. In solchen Fällen kommt die Methodik zum Einsatz. SORA (Spezifische operative Risikobewertung).

Was ist SORA?

SORA ist eine Methodik zur individuellen Risikobewertung Geplanter Betrieb unbemannter Systeme in einer bestimmten Kategorie. Ziel ist es, nachzuweisen, dass der geplante Vorgang sicher durchgeführt werden kann und dass der Betreiber geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der identifizierten Risiken ergriffen hat.

Anders als bei Standardszenarien oder PDRA wird jeder Vorgang individuell anhand seiner spezifischen Parameter bewertet. SORA wird daher hauptsächlich verwendet. für komplexere oder nicht standardmäßige Vorgängedie keiner der vorgegebenen Kategorien zugeordnet werden können.

Wie geht es Ihnen?

Die Methodik beantwortet zunächst die Frage „Wie riskant ist die geplante Operation?“ und erst danach „Wie kann ich nachweisen, dass ich diesen Risiken angemessen begegnet bin?“

Der SORA-Prozess findet in zehn Schritten stattdie in 2 Phasen unterteilt sind:

Phase 1 – Ermittlung der Sicherheitsanforderungen (Schritte 1-9)

  1. Beschreibung der Operationen — Detaillierte operative Informationen (DOI). Der Betreiber beschreibt seine Absicht detailliert: Flugort, Flughöhe, über welchem ​​Gelände und über welcher Bevölkerungsdichte, ob in Sichtweite (VLOS) oder außerhalb der Sichtweite (BVLOS), einschließlich der Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Das Verfahren hat nun eine einheitliche Struktur und legt genau fest, welche Informationen der Betreiber übermitteln muss.
  2. Bestimmung der intrinsischen Bodenrisikoklasse (iGRC). Dies ist ein Ermittlung des anfänglichen Risikos für Personen und Sachwerte vor Ort entsprechend den Eigenschaften des unbemannten Systems, der Bevölkerungsdichte und den geplanten Operationen.
  3. Bodenrisikobewertung — GRC (Bodenrisikoklasse) – optional. Dieser Indikator spiegelt das Risiko für Personen, Sachwerte und kritische Infrastrukturen am Boden im Falle eines Drohnenabsturzes wider. Zu den Schlüsselfaktoren für die Bestimmung des GRC-Wertes gehören Gewicht und Geschwindigkeit der Drohne, Bevölkerungsdichte und eingesetzte Risikominderungsmaßnahmen (z. B. Notlandesystem, Fallschirmsystem, Geofencing) sowie deren Auswirkungen auf das resultierende Risiko am Boden.
  4. Bestimmung der intrinsischen Luftrisikoklasse (iARC). Dies beinhaltet die Bestimmung der anfänglichen Risikoklasse für den Luftraum und die Bewertung des anfänglichen Kollisionsrisikos mit bemannten Luftfahrzeugen im Hinblick auf die Beschaffenheit des Luftraums und die Dichte des Luftverkehrs.
  5. Luftrisikobewertung — Restluftrisikoklasse (rARC) — optional. Hierbei wird das Luftrisiko unter Berücksichtigung strategischer Risikominderungsmaßnahmen, wie z. B. organisatorischer oder betrieblicher Einschränkungen, neu berechnet.
  6. Taktische Minderungsleistungsanforderungen (TMPR)Hier werden die Anforderungen an taktische Maßnahmen bewertet, die eine Kollision verhindern TMPR soll sicherstellen, dass der Betreiber andere Flugteilnehmer im Fluggebiet rechtzeitig erkennt, die Situation richtig einschätzen und sicher reagieren kann.
  7. Bestimmung von SAIL. Die Kombination der GRC- und rARC-Werte ergibt den SAIL-Wert (Specific Assurance and Integrity Level) auf einer Skala von I bis VI. Generell gilt: Je höher der SAIL-Wert, desto strenger müssen die Anforderungen an Technologie, Schulung oder Betriebsdokumentation erfüllt werden.
  8. Eindämmung. Es handelt sich um eine Reihe technischer und betrieblicher Maßnahmen, die darauf abzielen, sicherzustellen, dass die Drohne während des Fluges den genehmigten Betriebsbereich nicht verlässt oder dass ihr mögliches Verlassen kein unannehmbares Risiko für Personen, Sachen oder andere Teilnehmer des Luftverkehrs darstellt.
  9. Erfüllung der betrieblichen Sicherheitsziele (OSO). Für jede SAIL-Stufe sind operative Sicherheitsziele und der erforderliche Aufwand für deren Erreichung definiert. Zu den Anforderungen gehören beispielsweise die technische Zuverlässigkeit der Drohne, das Vorhandensein eines Notlandesystems, die Fähigkeit, in einem definierten Bereich zu bleiben, eine ausreichende Pilotenausbildung oder das Vorhandensein von Betriebsabläufen für Notfallsituationen.

Wenn der Betreiber in dieser Phase zu dem Schluss kommt, dass der SAIL dem SAIL I- oder SAIL II-Wert entspricht, also ein geringes Risiko darstellt, muss er seine Absicht nicht mit dem ÚCL abstimmen und kann direkt mit Phase 2 fortfahren.

Phase 2 – Nachweis der Einhaltung der Vorschriften und der Sicherheit (Schritt 10)

Diese Phase baut auf den Ergebnissen der Phase 1 auf und umfasst die Entwicklung von Umfassendes Sicherheitsportfolio (CSP) - umfassendes SicherheitsportfolioDazu gehören auch Dokumente aus Phase 1. Diese Dokumentation muss verständlich, vollständig, konsistent und zusammenhängend sein. Jegliche Unstimmigkeit kann zu einer Verlängerung des Verfahrens oder im Extremfall zur Ablehnung des Antrags führen.

Ziel ist es, dass der Betreiber nachweist, dass alle in den vorherigen Schritten festgelegten Vorgaben erfüllt werden. Dies kann beispielsweise anhand von Handbüchern, Testprotokollen, Prüfungen oder Schulungen nachgewiesen werden.

Ziel ist es, nachzuweisen, dass der Antragsteller die Maßnahmen ordnungsgemäß geprüft, bewertet und umgesetzt hat, dass sie in der Praxis auch tatsächlich umgesetzt werden und nicht nur „auf dem Papier“ existieren, und dass das erreichte Niveau dieser Maßnahmen akzeptabel ist und das sich aus dem Betrieb ergebende Risiko akzeptabel ist.

Was bedeutet SAIL?

Eines der wichtigsten Ergebnisse der SORA-Methodik ist die Bestimmung des sogenannten Spezifisches Sicherheits- und Integritätsniveau – SAIL.

Das SAIL-Niveau drückt das Gesamtrisikoniveau der geplanten Operation aus und basiert auf einer Bewertung der Risiken für Personen am Boden und der Risiken im Luftraum.

Es gibt sechs Ebenen – Segel I bis Segel VI:

  • SAIL I und II – geringes Risiko
  • SAIL III und IV – mittleres Risiko
  • SAIL V und VI – hohes Risiko

Generell gilt: Je höher das SAIL-Niveau, desto höher die Anforderungen an den Betreiber. Höhere Niveaus können strengere Sicherheitsmaßnahmen, eine umfangreichere Betriebsdokumentation, höhere Anforderungen an die technische Sicherheit des unbemannten Systems oder ein ausgefeilteres Sicherheitsmanagementsystem bedeuten.

Das festgelegte SAIL-Niveau bestimmt auch den Umfang der Sicherheitsziele, die der Betreiber erfüllen muss, um eine Betriebserlaubnis zu erhalten.

SORA 2.5 – Was ist neu?

Aktuell findet die Methodik zunehmend Anwendung in der europäischen Praxis. SORA 2.5 (ersetzte die SORA 2.0-Methodik), die Folgendes repräsentiert eine modernisierte Version des ursprünglichen Risikobewertungsverfahrens.

Die neue Version behält das Grundprinzip der individuellen Verkehrsauswertung bei, führt aber klarere Struktur der Methodik, genauere Risikobewertunginsbesondere für die Menschen vor Ort, und stärkere Harmonisierung der Verfahren zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Eine weitere Neuerung der SORA 2.5-Methodik ist die Verwendung des sogenannten BevölkerungsdichtekarteDiese ermöglichen eine objektive Risikobewertung für die Bevölkerung vor Ort auf Grundlage statistischer Daten zur Bevölkerungsdichte am Ort der geplanten Operation. Dadurch wird die Risikobewertung in den EU-Mitgliedstaaten genauer, einheitlicher und besser vorhersehbar.

Gleichzeitig gilt dies auch für einige weniger risikoreiche Operationen. vereinfacht die administrativen Anforderungenohne die Sicherheit zu beeinträchtigen.

Für professionelle Betreiber stellt SORA 2.5 somit einen moderneren und besser vorhersehbaren Rahmen für den Erhalt einer Betriebserlaubnis dar.

Záver

Die SORA-Methodik ist ein grundlegendes Instrument zur Genehmigung einzelner Vorgänge in einer bestimmten Kategorie. Ihre Vorbereitung ist zwar aufwändiger als die Verwendung von Standardszenarien oder PDRA, ermöglicht die Durchführung komplexer und technologisch innovativer Vorgänge, die andernfalls nicht genehmigt werden könnten..

Eine ordnungsgemäß erstellte Risikobewertung ist die Grundlage für den Erhalt einer Betriebsgenehmigung und hilft den Betreibern gleichzeitig beim Aufbau eines sicheren und effektiven Drohnenbetriebssystems.

In den nächsten Teilen unserer Serie werden wir uns auf Folgendes konzentrieren: Allgemeine Autorisierung und LUC-Lizenz, was die Durchführung von wiederkehrenden Flugoperationen für professionelle Betreiber erleichtern kann.

Müssen Sie prüfen, welche Regelung für Ihren geplanten Drohneneinsatz gilt, oder Dokumente für die Beantragung einer Genehmigung vorbereiten? Wir helfen Ihnen gerne.

Jan Vych

JUDr. Ing. Jan Vych, Rechtsanwalt und Partner

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